{"id":1947,"date":"2021-01-18T07:25:01","date_gmt":"2021-01-18T07:25:01","guid":{"rendered":"http:\/\/www.arge-nord.com\/?p=1947"},"modified":"2021-01-18T07:25:01","modified_gmt":"2021-01-18T07:25:01","slug":"wetterrueckblick-2020","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.arge-nord.de\/?p=1947","title":{"rendered":"Wetterr\u00fcckblick 2020"},"content":{"rendered":"<p>Mit einer Mitteltemperatur von 4,1 Grad fiel der Winter 2019\/20 \u00fcber zweieinhalb Grad milder als im Durchschnitt der vergangenen 30 Jahre aus. Damit war es nach 2006\/07 der zweitw\u00e4rmste Winter seit Beginn der Wetteraufzeichnungen im Jahr 1881. Im Nordosten steht er sogar an der Spitze aller Winter der vergangenen 140 Jahre.<\/p>\n<p>Der Januar 2020 war \u00fcberdurchschnittlich mild, es war um zweieinhalb Grad w\u00e4rmer als im Durchschnitt der vergangenen 30 Jahre. Daher blieb es weitgehend frostfrei und nur in den Mittelgebirgen und im S\u00fcden reichte es an einigen Stellen f\u00fcr mehrere Tage w\u00e4hrenden Dauerfrost. Nur f\u00fcr kurze Zeit gab es im S\u00fcden und in der Mitte Deutschlands ein paar Tage mit Dauerfrost und m\u00e4\u00dfigem, ganz vereinzelt auch strengem Nachtfrost. Auch die Schneemengen blieben kl\u00e4glich. Leider war der Monat deutschlandweit gesehen auch sehr trocken. Im Norden und in der Mitte regnete es zwar teilweise \u00fcberdurchschnittlich viel, aber im S\u00fcden gab es in manchen Orten nicht einmal 10 Liter. Im Mittel ergaben sich daraus 45 Liter pro Quadratmeter. Das sind nur 70 % des langj\u00e4hrigen Mittels. Hinsichtlich der Sonnenstunden gab es gro\u00dfe Unterschiede zwischen den Regionen. Die meisten Sonnenstunden konnten im S\u00fcden mit bis zu 100 Stunden verzeichnet werden, im Nordwesten kam man auf nicht einmal 20 Sonnenstunden.<\/p>\n<p>Auch im Februar wurden neue Temperaturrekorde gebrochen, es wurde noch w\u00e4rmer. Die Temperaturen waren im Mittel fast vier Grad w\u00e4rmer als im Durchschnitt der vergangenen 30 Jahre. Aus diesem Grund gab es auch kaum Schnee und Kaltluft konnte sich nur kurzzeitig durchsetzen. Ursache f\u00fcr die hohen Temperaturen waren mehrere atlantische Tiefs, die immer wieder sehr milde Luft heranf\u00fchrten. Aus ihnen entwickelten sich teils schwere St\u00fcrme. Schwere Sch\u00e4den hinterlie\u00df zum Beispiel Orkan Sabine, der in weiten Teilen Europas am 09. und 10. Februar w\u00fctete. Diese Tiefs brachten auch viel Regen mit, so dass es bundesweit mehr als doppelt so viel Niederschlag gab wie im langj\u00e4hrigen Mittel. Dementsprechend waren kaum Sonnenstunden zu verzeichnen. So gab es in einigen Orten in Schleswig-Holstein und Nordrhein-Westfalen nur etwa 30 Sonnenstunden.<\/p>\n<p>Die wechselhafte und st\u00fcrmische Wetterlage dauerte bis in den M\u00e4rz an, wurde aber bald von einem Hochdruckgebiet verdr\u00e4ngt, das den Fr\u00fchling mit Temperaturen bis 20 \u00b0C mitbrachte. In der dritten Monatsdekade wurde es dann noch einmal kalt. Vielerorts waren dies die k\u00e4ltesten N\u00e4chte des Jahres und am Ende des Monats fiel im Osten sogar noch Schnee. Insgesamt war der M\u00e4rz 2020 aber sehr sonnig und warm.<\/p>\n<p>Der April 2020 war in Deutschland der sonnigste April seit Beginn der Aufzeichnungen. Die Sonne schien deutschlandweit im Schnitt 290 Stunden. Das sonnige Wetter lockte viele Menschen w\u00e4hrend des Corona-Lockdowns nach drau\u00dfen, um die Sonne zu genie\u00dfen. F\u00fcr die Landwirtschaft war das Wetter weniger sch\u00f6n, da es auch fast den ganzen Monat nicht geregnet hat. So kam es zu einer D\u00fcrre im Fr\u00fchjahr, der Feldaufgang der R\u00fcben verz\u00f6gerte sich extrem, es kam zur Entwicklung von Etagenr\u00fcben. In der Folge stieg die Waldbrandgefahr stark an. Regional kam es auch zu gr\u00f6\u00dferen Feuern. Erst Ende des Monats kam in einigen Regionen der lang ersehnte Regen.<\/p>\n<p>Auch der Mai startete zun\u00e4chst unter Hochdruckeinfluss sonnig und warm, aber p\u00fcnktlich zu den Eisheiligen kam mit einer n\u00f6rdlichen Str\u00f6mung Polarluft zu uns. Dadurch gab es starke Nachtfr\u00f6ste, die zum Teil zu Sch\u00e4den an der schon weit entwickelten Vegetation f\u00fchrten. Im letzten Monatsdrittel wurde es dann unter Hochdruckeinfluss wieder deutlich w\u00e4rmer, im Schnitt war der Monat aber leicht unterdurchschnittlich warm.<\/p>\n<p>Anfang Juni wurde der Hochdrucklage durch einen polaren Kaltlufteinbruch ein Ende gesetzt und die sogenannte Schafsk\u00e4lte setzte ein. Dabei blieben die Nachttemperaturen einstellig und am Tag wurde es nicht w\u00e4rmer als 20 Grad. Auch der Rest des Monats zeigte sich eher wechselhaft. Die Durchschnittstemperatur im Juni lag letztendlich nur ein halbes Grad h\u00f6her als im langj\u00e4hrigem Mittel wodurch der Monat Juni der \u201ek\u00fchlste\u201c seit f\u00fcnf Jahren war. Auch die Regenmengen im Juni 2020 waren landesweit eher durchschnittlich. Es gab aber in einigen Regionen Starkregenereignisse. In Sachsen-Anhalt kam es beispielsweise Mitte Juni zu \u00dcberflutungen, da dort durch ein Gewitter 133 Liter gefallen waren.<\/p>\n<p>Leider zeigte sich der Juli wieder deutlich trockener, an den K\u00fcsten und am Alpenrand fiel zwar ausreichend Regen, aber in anderen Regionen wie zum Beispiel Sachsen, war es so trocken, dass die Bl\u00e4tter an den B\u00e4umen schon braun wurden. Im Landesschnitt erreichte das Mittel nur etwa 50 Liter pro Quadratmeter, was deutlich unter dem langj\u00e4hrigen Schnitt liegt. Die Sonne zeigte sich haupts\u00e4chlich im S\u00fcden, der Norden wurde durch Tiefs mit wolkenreicher und k\u00fchler Meeresluft mit meist k\u00fchleren Temperaturen bedacht. Obwohl es gegen Ende des Monats eine kleine Hitzewelle gab, war der Juli wegen der kalten N\u00e4chte insgesamt durchschnittlich temperiert.<\/p>\n<p>Der August hingegen wurde wieder zu einem Hitzemonat. Nachdem es wegen einer Kaltfront zu Beginn des Monats kr\u00e4ftig regnete, brachte ein kr\u00e4ftiges Hoch hei\u00dfe Saharaluft nach Deutschland. Diese brachte eine Hitzewelle, die am 14. August durch schwere Gewitter mit Sturmb\u00f6en und Hagel beendet wurde. Auch danach gab es immer wieder kr\u00e4ftige Gewitter durch eine Westwetterlage. Sturmtief Kirsten er\u00f6ffnete die Sturmsaison sehr fr\u00fch und brachte Endes des Monats Dauerregen und verursachte Sch\u00e4den durch Sturmb\u00f6en.<\/p>\n<p>Der September stand in den ersten Wochen unter Hochdruckeinfluss, dadurch gab es sehr viel Sonnenschein und hochsommerliche Temperaturen. Erst gegen Monatsende \u00e4nderte sich die Wetterlage und Tiefs vom Atlantik brachten ergiebige Regenf\u00e4lle und herbstliche Temperaturen. Der Monat war insgesamt sehr sonnig, \u00fcberdurchschnittlich warm und deutlich zu trocken.<\/p>\n<p>Nachdem auch der Oktober noch mit warmem Wetter gestartet war, drehte der Wind in der zweiten Dekade auf Nord bis Nordost. Dadurch wurde es deutlich k\u00e4lter, es kam verbreitet zu ersten Bodenfr\u00f6sten. Ende des Monats wurde es durch den Einfluss von Atlantiktiefs wieder w\u00e4rmer und die Menschen konnten einige goldene Oktobertage genie\u00dfen. Der Oktober war insgesamt viel nasser als der September. Es regnete im Mittel etwa 75 Liter pro Quadratmeter. Entsprechend war die Sonnenscheindauer eher gering.<\/p>\n<p>Der November war zun\u00e4chst ungew\u00f6hnlich sonnig und mild, es wurden Temperaturen bis 24 \u00b0C gemessen. Daf\u00fcr sorgte eine warme S\u00fcdwestwetterlage, die bis zum 18. November anhielt. Danach wurde das Wetter deutlich tr\u00fcber und nasser. Zum Ende des Monats gab es die ersten Frosttage und Schnee bis ins Flachland. Der Monat war der zweitsonnigste und gleichzeitig trockenste Monat seit drei\u00dfig Jahren.<\/p>\n<p>Der Dezember startete mit einer k\u00fchlen, trockenen und zu Nebel und Hochnebel neigenden Witterungsphase. Zur Monatsmitte wurde das Wetter deutlich milder, die H\u00f6chsttemperaturen waren teilweise zweistellig, es wurden an einigen Wetterstationen neue Rekorde aufgestellt. Erst zum ersten Weihnachtsfeiertag kam eine Kaltfront, die bis in mittlere Lagen zum ersehnten Schneefall f\u00fchrte. Kurz nach Weihnachten sorgte Sturmtief \u201eHermine\u201c f\u00fcr st\u00e4rkere Schneef\u00e4lle in den westlichen Mittelgebirgen. Beeinflusst durch dieses Tief endete das Jahr nasskalt und winterlich.<\/p>\n<p>Das Jahr 2020 war das zweitw\u00e4rmste Jahr seit Beginn der Wetteraufzeichnungen. Es reiht sich au\u00dferdem in die Reihe zu trockener Jahre ein.<\/p>\n<div id='gallery-1' class='gallery galleryid-1947 gallery-columns-3 gallery-size-full'><figure class='gallery-item'>\n\t\t\t<div class='gallery-icon landscape'>\n\t\t\t\t<a href='https:\/\/arge-nord.com\/wp-content\/uploads\/2021\/01\/Folie1.png' title=\"Wetter Magdeburg 2020\" data-rl_title=\"Wetter Magdeburg 2020\" class=\"rl-gallery-link\" data-rl_caption=\"\" data-rel=\"lightbox-gallery-1\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"1280\" height=\"720\" src=\"https:\/\/arge-nord.com\/wp-content\/uploads\/2021\/01\/Folie1.png\" class=\"attachment-full size-full\" alt=\"\" aria-describedby=\"gallery-1-1949\" srcset=\"https:\/\/arge-nord.com\/wp-content\/uploads\/2021\/01\/Folie1.png 1280w, https:\/\/arge-nord.com\/wp-content\/uploads\/2021\/01\/Folie1-300x169.png 300w, https:\/\/arge-nord.com\/wp-content\/uploads\/2021\/01\/Folie1-1024x576.png 1024w, 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