{"id":2916,"date":"2023-01-24T14:16:57","date_gmt":"2023-01-24T14:16:57","guid":{"rendered":"http:\/\/www.arge-nord.com\/?p=2916"},"modified":"2024-01-30T12:26:00","modified_gmt":"2024-01-30T12:26:00","slug":"witterungsverlauf-2022","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.arge-nord.de\/?p=2916","title":{"rendered":"Wetterr\u00fcckblick 2022"},"content":{"rendered":"<p>Seit dem Jahr 2021 gilt eine neue 30-j\u00e4hrige Klimanormalperiode: der Zeitraum 1991-2020. Sie stellt den neuen Standard f\u00fcr klimabezogene Analysen und Anwendungen dar und wird anders als bisher alle 10 Jahre angepasst. Um das gegenw\u00e4rtige Klima zu beschreiben, soll gem\u00e4\u00df der WMO die j\u00fcngste Klimanormalperiode, also 1991-2020, herangezogen werden. F\u00fcr die langfristige klimatologische Einordnung empfiehlt die WMO deshalb weiterhin die Periode 1961-1990 zu betrachten. Der Vergleich in unseren Tabellen wurde mit dem Standard aus 1991-2020 erstellt.<\/p>\n<p>Der <strong>Januar<\/strong> 2022 startete ungew\u00f6hnlich mild, bevor es ab dem 05. Januar durch das Tief \u201eAnnette\u201c zu niedrigeren Temperaturen mit Starkregen und Schnee bis in die tieferen Lagen kam.<br \/>\nIm weiteren Verlauf war es meist wolkig mit vereinzelten Niederschl\u00e4gen. Der Monat endete mit Sturmb\u00f6en, teils schweren Sturmb\u00f6en und Orkanb\u00f6en. Insgesamt war der Monat deutlich zu mild und wenig winterlich, Nachtfr\u00f6ste traten eher selten auf. Die Niederschl\u00e4ge fielen gegen\u00fcber dem langj\u00e4hrigen Mittel etwa 11 % geringer aus und auch die Sonnenscheindauer blieb im Defizit.<\/p>\n<p>Der <strong>Februar<\/strong> war gepr\u00e4gt von kr\u00e4ftigen Tiefdruckgebieten, die milde Temperaturen und viel Niederschlag mitbrachten. Die Sturm-, beziehungsweise Orkantiefs \u201eYlenia\u201c, \u201eZeynep\u201c und \u201eAntonia\u201c verursachten vom 17. bis zum 21. Februar vor allem in der Nordh\u00e4lfte erhebliche Waldsch\u00e4den, an der Nordsee gab es eine Sturmflut. Diese unruhige Wetterlage wurde am Ende des Monats durch ein Hochdruckgebiet beendet. Es folgten sonnige Tage mit niedrigen Temperaturen. Der Monat war deutlich zu warm und mit 85 Sonnenstunden auch um 12 % sonniger als das langj\u00e4hrige Mittel. Trotzdem brachte der Februar reichlich Regen, es waren im Mittel \u00fcber Deutschland etwa 50 % mehr als im Vergleichszeitraum.<\/p>\n<p>Der <strong>M\u00e4rz<\/strong> startete k\u00fchl mit verbreiteten Nachtfr\u00f6sten. Ab dem zweiten Monatsdrittel wurde es deutlich milder, es kam teilweise zu fr\u00fchlingshaften Temperaturen. Die vom regenreichen Februar durchn\u00e4ssten B\u00f6den trockneten oberfl\u00e4chlich ab. Durch langanhaltenden Hochdruckeinfluss kam es zu intensiver Sonneneinstrahlung, Niederschl\u00e4ge blieben fast g\u00e4nzlich aus. Dadurch stieg die Waldbrandgefahr schnell an. Erst am Ende des Monats wurde es wieder etwas k\u00e4lter und es gab noch einmal einen kurzen Wintereinbruch. Der M\u00e4rz 2022 war der sonnenscheinreichste Monat seit Beginn der Aufzeichnungen 1951, die Sonne schien 235 Stunden und somit 86 % mehr als im vielj\u00e4hrigen Mittel. Au\u00dferdem war der Monat etwas zu mild und sehr niederschlagsarm.<\/p>\n<p>Unter Tiefdruckeinfluss begann der <strong>April<\/strong> mit leichten Fr\u00f6sten, windigen und st\u00fcrmischen Phasen und h\u00e4ufigen Niederschl\u00e4gen. In der zweiten Dekade kam es unter Hochdruckeinfluss zu einer trockenen Phase mit kalten N\u00e4chten und sonnigen Tagen. Zum Ende des Monats kam es gebietsweise zu starken Regenf\u00e4llen und Starkregenereignissen. Die Niederschlagsh\u00f6he betrug deutschlandweit 56 mm und lag um 30 % \u00fcber dem Mittel von 43 mm. Leider waren die Regenmengen sehr ungleich verteilt, so dass es zum Beispiel in Niedersachsen und Schleswig-Holstein ein Plus gab, in Mecklenburg-Vorpommern hingegen etwa 10 % weniger Niederschlag als im Mittel fiel. Ansonsten war der Monat im Vergleich zum langj\u00e4hrigen Mittel von 1990-2020 k\u00fchler und sonniger.<\/p>\n<p>Der <strong>Mai<\/strong> 2022 war im Durchschnitt etwa 1,3 Grad w\u00e4rmer als im Schnitt der vergangenen 30 Jahre, die Sonne schien etwa 16 % mehr. Der Monat startete allerdings k\u00fchl und teilweise sogar mit Frostn\u00e4chten. Erst im zweiten Drittel wurde es deutlich w\u00e4rmer. Die Hitze brachte aber auch Unwetter mit. So wurden zum Beispiel am 20. Mai unter dem Einfluss von Tief \u201eEmmelinde\u201c sechs Tornados in Rheinland-Pfalz, Nordrhein-Westfalen und Niedersachsen beobachtet. Es kam zu starken Sch\u00e4den in Lippstadt und Paderborn. Trotz dieser heftigen Gewitter war der Monat deutschlandweit gesehen mit 47 l Regen deutlich zu trocken. Vor allem im Osten und in den Mittelgebirgen gab es kaum Niederschl\u00e4ge.<\/p>\n<p>Auch der <strong>Juni<\/strong> begann zun\u00e4chst leicht wechselhaft mit gem\u00e4\u00dfigten Temperaturen. Niederschl\u00e4ge gab es vorwiegend im Norden und in Bayern. In der zweiten Dekade blieb der Regen im ganzen Land aus, die B\u00f6den trockneten aus. Dazu kam ab dem 18. Juni eine extreme Hitzewelle, bei der Temperaturen von bis zu 39,2 \u00b0C gemessen werden konnten. Da es im Osten immer noch extrem trocken war, wurde die h\u00f6chste Waldbrandwarnstufe erreicht, es brachen gr\u00f6\u00dfere Br\u00e4nde aus. Der Monat war mit durchschnittlich 60 l\/m\u00b2 deutlich zu trocken. Er war der viertw\u00e4rmste und drittsonnigste Junimonat seit 30 Jahren.<\/p>\n<p>Noch trockener wurde es im <strong>Juli<\/strong>, es fiel bundesweit nur etwa ein Drittel der durchschnittlichen Menge im Vergleichszeitraum. Am schlimmsten war die Trockenheit in Rheinland-Pfalz, im Saarland und in Hessen. Viele Fl\u00fcsse f\u00fchrten Niedrigwasser. Am Rhein konnten deshalb die Schiffe maximal nur noch mit halber Beladung fahren. Auch im Osten der Republik entspannte sich die Lage nicht, es kam zu weiteren gro\u00dffl\u00e4chigen Br\u00e4nden. Obwohl es zu neuen Hitzerekorden kam, zum Beispiel 40,1 \u00b0C in Hamburg, lag das Temperaturmittel dieses Monats weniger als 1 \u00b0 \u00fcber dem langj\u00e4hrigen Mittel. Die Sonnenscheindauer lag etwa 18 % \u00fcber dem vielj\u00e4hrigen Mittel, dabei wurden die Werte meist im S\u00fcden \u00fcberschritten, der Norden hatte etwas weniger Sonnenschein.<\/p>\n<p>Der <strong>August<\/strong> pr\u00e4sentierte sich unter Einfluss sonnenscheinreicher Hochdruckgebiete hochsommerlich. Im S\u00fcdwesten des Landes war jeder Tag des Monats ein Sommertag (Temp. \u2265 25 \u00b0C), landesweit waren es 20 Tage. In der Folge lag die Sonnenscheindauer mit 273 Stunden deutlich \u00fcber dem vielj\u00e4hrigen Mittel und auch die Mitteltemperatur lag 2,3 % \u00fcber dem Durchschnittswert. Auch der Niederschlag fiel wie in den Vormonaten nicht in allen Landesteilen gleichm\u00e4\u00dfig und insgesamt etwa 36 % unter dem Mittel. Der Monat war der zweitw\u00e4rmste seit 1881 und der zweitsonnigste August sei 1951.<\/p>\n<p>Der <strong>September<\/strong> stand in den ersten Tagen unter Hochdruckeinfluss, dadurch gab es sehr viel Sonnenschein und hochsommerliche Temperaturen, aber schon bald \u00e4nderte sich die Wetterlage und Tiefs vom Atlantik brachten ergiebige Regenf\u00e4lle und herbstliche Temperaturen. Die monatelange Trockenheit endete.<br \/>\nInsgesamt war der Monat zu k\u00fchl und deutlich nasser als im Vergleichszeitraum. Mit 99 mm waren es 57 % mehr als das langj\u00e4hrige Mittel.<\/p>\n<p>In den ersten Tagen des <strong>Oktobers<\/strong> setzte sich zun\u00e4chst das k\u00fchle und nasse Herbstwetter fort. Nachdem aber im zweiten Monatsdrittel die Str\u00f6mung auf S\u00fcdwest gedreht hatte, pr\u00e4sentierte er sich sp\u00e4tsommerlich warm und sonnig. So wurden Ende des Monats bis zu 29\u00b0C gemessen.<br \/>\nDer Monat war sehr sonnenscheinreich und war zusammen mit dem Oktober 2001 der w\u00e4rmste Oktober seit Beginn der Aufzeichnungen 1881. Das Niederschlagsmittel lag 22 % unter dem langj\u00e4hrigen Durchschnitt.<\/p>\n<p>Das milde und sonnenreiche Wetter hielt in den ersten Tagen des <strong>Novembers<\/strong> zun\u00e4chst noch an. In der zweiten Monatsh\u00e4lfte trennte eine Luftmassengrenze \u00fcber mehrere Tage kalte Festlandsluft im Nordosten von milder Meeresluft im S\u00fcdwesten. W\u00e4hrend es s\u00fcdlich dieser Grenze oft tr\u00fcb und regnerisch blieb, setzte sich im gebietsweise eisigen Nordosten teils Sonnenschein, teils Schneefall durch. Insgesamt war der Monat sehr sonnig, zu warm und mit 48 mm Niederschlag im Bundesschnitt zu trocken.<\/p>\n<p>Der <strong>Dezember<\/strong> startete mit leichten Nachtfr\u00f6sten und k\u00fchlen, aber sonnigen Tagen. Mit Beginn der zweiten Dekade setzte leichter Schneefall ein und es stellte sich Dauerfrost mit Tiefsttemperaturen unter -10\u00b0C ein. Ab dem 19. Dezember setzte dann das Weihnachtstauwetter ein, das Jahr endete regnerisch und teilweise windig mit sehr milden Temperaturen.<br \/>\nInsgesamt lag die Sonnenscheindauer etwas unter dem mehrj\u00e4hrigen Mittel, Temperatur und Niederschlag pendelten sich ungef\u00e4hr im Schnitt der vergangenen 30 Jahre ein.<\/p>\n<p>Das Jahr 2022 hat wieder einmal Wetterrekorde gebrochen. Es war eines der zwei w\u00e4rmsten Jahre seit Messbeginn. Au\u00dferdem war es mit 2025 Sonnenstunden das sonnigste Jahr seit Beginn der Messungen im Jahre 1951. Es reiht sich au\u00dferdem mit etwa 15 % weniger Niederschlag im Vergleich zum langj\u00e4hrigen Mittel als zw\u00f6lftes Jahr in Folge in die Reihe zu trockener Jahre ein.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Quelle: Deutscher Wetterdienst, 2022: Monatlicher Klimastatus Deutschland. DWD, Gesch\u00e4ftsbereich Klima und Umwelt, Offenbach, <a href=\"http:\/\/www.dwd.de\/klimastatus\">www.dwd.de\/klimastatus<\/a> und Wetteronline.de<\/p>\n<div id='gallery-1' class='gallery galleryid-2916 gallery-columns-3 gallery-size-full'><figure class='gallery-item'>\n\t\t\t<div class='gallery-icon landscape'>\n\t\t\t\t<a href='https:\/\/arge-nord.com\/wp-content\/uploads\/2023\/01\/Folie2-6.png' title=\"Witterung Magdeburg 2022\" data-rl_title=\"Witterung Magdeburg 2022\" class=\"rl-gallery-link\" data-rl_caption=\"\" data-rel=\"lightbox-gallery-1\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"1280\" height=\"720\" src=\"https:\/\/arge-nord.com\/wp-content\/uploads\/2023\/01\/Folie2-6.png\" class=\"attachment-full size-full\" alt=\"\" aria-describedby=\"gallery-1-3741\" srcset=\"https:\/\/arge-nord.com\/wp-content\/uploads\/2023\/01\/Folie2-6.png 1280w, https:\/\/arge-nord.com\/wp-content\/uploads\/2023\/01\/Folie2-6-300x169.png 300w, 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