{"id":4227,"date":"2026-07-23T15:38:50","date_gmt":"2026-07-23T15:38:50","guid":{"rendered":"https:\/\/www.arge-nord.de\/?p=4227"},"modified":"2026-07-23T15:38:50","modified_gmt":"2026-07-23T15:38:50","slug":"fungizidversuch-arge-schmedenstedt-2025","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.arge-nord.de\/?p=4227","title":{"rendered":"Fungizidversuch ARGE (Schmedenstedt) 2025"},"content":{"rendered":"<p>Im Versuchsjahr 2025 hat die ARGE NORD e.V. wieder Fungizidversuche mit unterschiedlichen Strategien zur Bek\u00e4mpfung von Cercospora, Rost und Mehltau durchgef\u00fchrt. 13 verschiedenen Versuchsvarianten, unterteilt in vier Bl\u00f6cke, wurden an drei Standorten (n=3) getestet: Schmedenstedt (LK Peine), Hankensb\u00fcttel und Barum (LK Uelzen). Neben den verschiedenen Behandlungen waren zwei unterschiedliche Sorten integriert: BTS 7300 N, eine mittelanf\u00e4llige Sorte hinsichtlich Cercospora (Block I bis III), sowie Blandina KWS, eine der bekannten CR+ Genetiken der KWS, welche eine sehr hohe Blattgesundheit hinsichtlich Cercospora beticola aufweist (Block IV). Aussaatdatum war am Standort Schmedenstedt der 24.03.2025 auf Engsaat. Am 06.05.2025 wurden die R\u00fcben vereinzelt. Beerntet wurde der Versuch am 28.10.2025.<\/p>\n<p>Zum Versuchsaufbau: Der Fungizidversuch wurde in vier verschiedene Versuchsbl\u00f6cke eingeteilt, wobei in den Bl\u00f6cken I bis III die Sorte BTS 7300 N stand, in Block IV die cercosporatolerante Sorte Blandina KWS.<br \/>\nBlock I stellte ein Strategievergleich nach dem \u00fcblichen Bek\u00e4mpfungsschwellensystem (BKS) dar, wobei unterschiedliche Wirkstoffstrategien getestet wurden. Zum einen wurde der Einfluss unterschiedlicher Wirkstoffabfolgen innerhalb einer Fungizidstrategie untersucht. Dabei stellte die Variante 2 eine Strategie dar, bei der die Behandlung mit einem weniger wirksamen Produkt beginnt und im weiteren Verlauf auf ein leistungsst\u00e4rkeres Produkt umgestellt wird. Dieser Strategie stand Variante 3 gegen\u00fcber, bei der zu Beginn ein potentes Fungizid eingesetzt und anschlie\u00dfend auf Produkte mit abnehmender Wirkungsst\u00e4rke gewechselt wird. In den Varianten 4 bis 6 wurde der Zusatz von Kupfer untersucht. Variante 7 basierte auf dem Einsatz von Propulse, ohne Wirkstoffwechsel.<br \/>\nDer zweite Block sollte stellte einen Strategievergleich dar, bei dem die Anzahl bzw. H\u00e4ufigkeiten an Fungizidbehandlungen gesteigert wurde, um feststellen zu k\u00f6nnen, ab welcher Anzahl Spritzungen der weiterer Einsatz von Fungiziden keinen Mehrertrag mehr liefert. Neben der Anzahl Spritzungen, wurde die Terminierung der Applikationen \u00fcberpr\u00fcft. Der erste Applikationstermin wurde dabei bei Erreichen der \u00fcblichen 5%-Schwelle gesetzt, alle weiteren Bek\u00e4mpfungsma\u00dfnahmen wurden in einem festen Abstand von 14 Wochen durchgef\u00fchrt. Es wurde lediglich ein Produkt (Propulse, vgl. Var. 7) eingesetzt, da hier neben der Anzahl an Behandlungen, die Terminierung im Fokus stand (Variante 8 bis 11).<br \/>\nInnerhalb des dritten Blockes wurde eine Variante (Variante 12) nach Ber\u00fccksichtigung des Befalls und der Infektionsbedingungen anhand des Prognosesystems Cercbet 1 getestet, wodurch sich ein versp\u00e4teter Applikationstermin ergab (Variante 12).<br \/>\nIm vierten Block wurden individuelle Applikationszeitpunkte nach Bek\u00e4mpfungsschwellensystem anhand der gesunden CR+ Sorte gesetzt (Variante 13).<\/p>\n<p>Ab Mitte Juni wurden w\u00f6chentlich die Befallsh\u00e4ufigkeiten im Versuch bonitiert. Am 11.08.2025 erreichten alle Varianten der BTS 7300 N 100 % Befallsh\u00e4ufigkeit. Die CR+ Sorte zeigte zu dem Zeitpunkt eine Befallsh\u00e4ufigkeit von 60 % von Cercospora, allerdings konnte deutlich mehr Rost und Mehltau in der CR+Genetik beobachtet werden. Ab diesem Zeitpunkt wurde daher die Befallsst\u00e4rke in beiden Sorten in den folgenden Wochen bis zum Erntezeitpunkt bonitiert.<\/p>\n<p>Mitte\/Ende September konnten bereits deutliche Differenzierungen zwischen den einzelnen Strategien in der Befallsst\u00e4rke (s. Grafik Befallsst\u00e4rke vom 22.09.2025) beobachtet werden. W\u00e4hrend Amistar Gold als schwaches Produkt zur 1. Applikation (Var. 2) deutlich h\u00f6here Befallsst\u00e4rken von knapp 74 % zeigte, lag das Befallsniveau von der Variante mit Propulse als erstes eingesetztes Produkt deutlich niedriger bei 47,5 % (Var. 3). Funguran Progress als erste Ma\u00dfnahme zeigte eine Befallsst\u00e4rke von etwa 60 %. In Variante 5 wurde eine vorzeitige Applikation zu Bestandesschluss mit Kupfer (SolaVit Cu) durchgef\u00fchrt, welches das Befallsniveau allerdings nicht herabsetzen konnte. In Variante 6 wurde ebenfalls eine vorzeitige Behandlung mit Kupfer zu Bestandesschluss durchgef\u00fchrt und zus\u00e4tzlich im Vergleich zur Variante 5 ein Zusatz von Kupfer zu den einzelnen Produkten Propulse, Diadem und Amistar Gold eingesetzt. Die Kombination aus den jeweiligen Produkten und Kupfer wirkte sich positiv auf den Bek\u00e4mpfungserfolg von Cercospora aus, da deutlich geringere Befallsst\u00e4rken beobachtet werden konnten. Ebenso zeigte die Variante der dreimaligen Applikation mit Propulse einen niedrigen Befall mit Cercospora (Var. 7). In Block II zeigte sich das Potential vom reinen Propulse-Einsatz noch einmal sehr deutlich, wobei je \u00f6fter eine Ma\u00dfnahme mit Propulse gefahren wurde, desto niedriger lag das Befallsniveau (Vgl. Var 8 bis 11). Dennoch sollten gerade an Beregnungsstandorten, wie Schmedenstedt, mindestens drei Ma\u00dfnahmen mit Propulse gesetzt werden, um eine sichere Bek\u00e4mpfung von Cercospora erzielen zu k\u00f6nnen. In der Variante im Block III mit versp\u00e4teter 1. Ma\u00dfnahme (nach Prognosesystem) und 14-t\u00e4gigen Folgema\u00dfnahmen konnte ein \u00e4hnlich geringes Befallsniveau von Cercospora festgestellt werden (Vgl. Var. 9-11 aus Block II und Var. 12, Block III). Die geringsten Befallsst\u00e4rken konnten in der CR+ Sorte durch den Einsatz von Propulse nach individueller Bek\u00e4mpfungsschwelle beobachtet werden. Beide Varianten der CR+ Sorte wurden dabei zweimalig behandelt. Zum Zeitpunkt der Ernte (Mitte\/Ende Oktober) differenzierten alle Varianten optisch \u00e4hnlich stark wie Mitte\/Ende September, dennoch auf h\u00f6herem Befallsniveau.<\/p>\n<p>Hinsichtlich der Zuckerertr\u00e4ge spiegelt sich die optische Bonitur der Befallsst\u00e4rke in den Ertr\u00e4gen wider. Den niedrigsten Zuckerertrag zeigte, wie zu erwarten, die unbehandelte Kontrolle der BTS 7300 N. Deutlich h\u00f6here Ertr\u00e4ge konnten durch die unterschiedlichen Kombinationen und Strategien erzielt werden. In Block I zeigte sich folgendes: Wird zur 1. Applikation mit dem potenten Produkt Propulse gefahren, gefolgt von Diadem (2. Applikation) und Amistar Gold (3. Applikation) k\u00f6nnen deutlich h\u00f6here Ertr\u00e4ge erzielt werden, im Vergleich zur entgegengesetzten Spritzmittelreihenfolge (Vgl. Var. 2+3). Eine vorzeitige Behandlung mit Kupfer zu Bestandesschluss, gefolgt von drei weiteren Applikationen mit den Produkten Propulse, Diadem und Amistar Gold f\u00fchrte zu keinem Mehrertrag. Dennoch zeigte sich ein positiver Effekt durch die Zugabe von Kupfer zu den einzelnen gefahrenen Produkten Propulse, Diadem und Amistar Gold. Die dreimalige Behandlung nach Bek\u00e4mpfungsschwellensystem mit Propulse erzielte die h\u00f6chsten Ertr\u00e4ge im ersten Versuchsblock.<br \/>\nIm Block II sollte untersucht werden, inwiefern sich Unterschiede ergeben, wenn die 1. Ma\u00dfnahme bei Erreichen der Bek\u00e4mpfungsschwelle von 5% gesetzt wird, alle weiteren Ma\u00dfnahmen immer im festen Abstand von 14 Tage gefahren werden (Var. 8-11). Ebenfalls wurde die unterschiedlichen Anzahl an Behandlungen mit Propulse verglichen. Der Systemvergleich zeigte, dass ein fester Spritzabstand von 14 Tagen funktioniert. Dabei konnten jedoch h\u00f6here Ertr\u00e4ge erzielt werden, je h\u00e4ufiger mit Propulse behandelt wurde.<br \/>\nDer Vergleich mit Variante 12 (Block III), mit versp\u00e4tetem 1. Applikationstermin (ca. 1 Woche sp\u00e4ter als in Block II nach BKS) und festem Abstand von 14 Tagen bei den Folgema\u00dfnahmen erzielte ebenso hohe Zuckerertr\u00e4ge.<\/p>\n<p>Die Cercospora-tolerante Sorte Blandina KWS, welche zweimalig mit Propulse behandelt wurde (Var. 13), zeigte die beste optische Bonitur in der Befallsst\u00e4rke. Allerdings liegt diese Sorte genetisch bedingt auf deutlich niedrigerem Ertragsniveau als die Sorte BTS 7300 N. F\u00fcr Starkbefallsstandorte stellen die CR+ Sorten hinsichtlich der Sortenwahl dennoch eine sichere Option und Absicherung des Zuckerertrages dar.<\/p>\n<div id='gallery-1' class='gallery galleryid-4227 gallery-columns-3 gallery-size-thumbnail'><figure class='gallery-item'>\n\t\t\t<div class='gallery-icon landscape'>\n\t\t\t\t<a href='https:\/\/arge-nord.de\/wp-content\/uploads\/2026\/04\/Folie2-7.png' title=\"Varianten des Fungizidversuchs (Standort Schmedenstedt)\" data-rl_title=\"Varianten des Fungizidversuchs (Standort Schmedenstedt)\" class=\"rl-gallery-link\" data-rl_caption=\"\" data-rel=\"lightbox-gallery-1\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"150\" height=\"150\" src=\"https:\/\/arge-nord.de\/wp-content\/uploads\/2026\/04\/Folie2-7-150x150.png\" class=\"attachment-thumbnail size-thumbnail\" alt=\"\" aria-describedby=\"gallery-1-4418\" \/><\/a>\n\t\t\t<\/div>\n\t\t\t\t<figcaption class='wp-caption-text gallery-caption' id='gallery-1-4418'>\n\t\t\t\tVarianten des Fungizidversuchs (Standort Schmedenstedt)\n\t\t\t\t<\/figcaption><\/figure><figure class='gallery-item'>\n\t\t\t<div class='gallery-icon landscape'>\n\t\t\t\t<a href='https:\/\/arge-nord.de\/wp-content\/uploads\/2026\/04\/Folie3-6.png' title=\"Befallsh\u00e4ufigkeiten Schmedenstedt 2025 2025\" data-rl_title=\"Befallsh\u00e4ufigkeiten Schmedenstedt 2025 2025\" class=\"rl-gallery-link\" data-rl_caption=\"\" data-rel=\"lightbox-gallery-1\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"150\" height=\"150\" src=\"https:\/\/arge-nord.de\/wp-content\/uploads\/2026\/04\/Folie3-6-150x150.png\" class=\"attachment-thumbnail size-thumbnail\" alt=\"\" aria-describedby=\"gallery-1-4419\" \/><\/a>\n\t\t\t<\/div>\n\t\t\t\t<figcaption class='wp-caption-text gallery-caption' id='gallery-1-4419'>\n\t\t\t\tBefallsh\u00e4ufigkeiten Schmedenstedt 2025 2025\n\t\t\t\t<\/figcaption><\/figure><figure class='gallery-item'>\n\t\t\t<div class='gallery-icon landscape'>\n\t\t\t\t<a href='https:\/\/arge-nord.de\/wp-content\/uploads\/2026\/04\/Folie4-6.png' title=\"Befallsst\u00e4rken (22.09.2025)\" data-rl_title=\"Befallsst\u00e4rken (22.09.2025)\" class=\"rl-gallery-link\" data-rl_caption=\"\" data-rel=\"lightbox-gallery-1\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"150\" height=\"150\" src=\"https:\/\/arge-nord.de\/wp-content\/uploads\/2026\/04\/Folie4-6-150x150.png\" class=\"attachment-thumbnail size-thumbnail\" alt=\"\" aria-describedby=\"gallery-1-4420\" \/><\/a>\n\t\t\t<\/div>\n\t\t\t\t<figcaption class='wp-caption-text gallery-caption' id='gallery-1-4420'>\n\t\t\t\tBefallsst\u00e4rken (22.09.2025)\n\t\t\t\t<\/figcaption><\/figure><figure class='gallery-item'>\n\t\t\t<div class='gallery-icon landscape'>\n\t\t\t\t<a href='https:\/\/arge-nord.de\/wp-content\/uploads\/2026\/04\/Folie5-4.png' title=\"Befallsst\u00e4rken (17.10.2025)\" data-rl_title=\"Befallsst\u00e4rken (17.10.2025)\" class=\"rl-gallery-link\" data-rl_caption=\"\" 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Verrechnung der drei Standorte (n=3)\n\t\t\t\t<\/figcaption><\/figure><figure class='gallery-item'>\n\t\t\t<div class='gallery-icon landscape'>\n\t\t\t\t<a href='https:\/\/arge-nord.de\/wp-content\/uploads\/2026\/04\/Schmedenstedt-Fungizid-Arge-ohne-Varianten.png' title=\"Drohnenaufnahme vom ARGE Fungizidversuch (Oktober 2025)\" data-rl_title=\"Drohnenaufnahme vom ARGE Fungizidversuch (Oktober 2025)\" class=\"rl-gallery-link\" data-rl_caption=\"\" data-rel=\"lightbox-gallery-1\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"150\" height=\"150\" src=\"https:\/\/arge-nord.de\/wp-content\/uploads\/2026\/04\/Schmedenstedt-Fungizid-Arge-ohne-Varianten-150x150.png\" class=\"attachment-thumbnail size-thumbnail\" alt=\"\" aria-describedby=\"gallery-1-4349\" \/><\/a>\n\t\t\t<\/div>\n\t\t\t\t<figcaption class='wp-caption-text gallery-caption' id='gallery-1-4349'>\n\t\t\t\tDrohnenaufnahme vom ARGE Fungizidversuch (Oktober 2025)\n\t\t\t\t<\/figcaption><\/figure>\n\t\t<\/div>\n\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Im Versuchsjahr 2025 hat die ARGE NORD e.V. wieder Fungizidversuche mit unterschiedlichen Strategien zur Bek\u00e4mpfung von Cercospora, Rost und Mehltau durchgef\u00fchrt. 13 verschiedenen Versuchsvarianten, unterteilt in vier Bl\u00f6cke, wurden an drei Standorten (n=3) getestet: Schmedenstedt (LK Peine), Hankensb\u00fcttel und Barum (LK Uelzen). 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