{"id":4443,"date":"2026-07-23T16:31:13","date_gmt":"2026-07-23T16:31:13","guid":{"rendered":"https:\/\/www.arge-nord.de\/?p=4443"},"modified":"2026-07-23T16:31:13","modified_gmt":"2026-07-23T16:31:13","slug":"fungizidversuch-arge-hankensbuettel-2025","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.arge-nord.de\/?p=4443","title":{"rendered":"Fungizidversuch ARGE (Hankensb\u00fcttel) 2025"},"content":{"rendered":"<p>Im Versuchsjahr 2025 f\u00fchrte die ARGE NORD e.V.\u00a0 eigene Versuche zu unterschiedlichen Strategien zur Bek\u00e4mpfung von Cercospora, Rost und Mehltau durch. Insgesamt wurden diese Versuche an drei unterschiedlichen Standorten (n=3) angelegt. Neben Schmedenstedt (LK Peine) und Barum (LK Uelzen) erfolgte dies auch am Standort Hankensb\u00fcttel (LK Uelzen).<br \/>\nAngelegt wurde der Versuch mit zwei unterschiedlichen Sorten: BTS 7300 N, eine mittelanf\u00e4llige Sorte hinsichtlich Cercospora, sowie Blandina KWS, eine der bekannten CR+ Sorten der KWS, welche eine sehr hohe Blattgesundheit hinsichtlich Cercospora aufweist. Aussaatdatum war der 08.05.2025 auf Engsaat. Die Vereinzelung am Standort Hankensb\u00fcttel war am 15.06.2025 abgeschlossen. Beerntet wurde der Versuch am 13.11.2025.<\/p>\n<p>Zum Versuchsaufbau: Der Fungizidversuch wurde in vier verschiedene Versuchsbl\u00f6cke eingeteilt, wobei in den Bl\u00f6cken I bis III die Sorte BTS 7300 N stand, in Block IV die cercosporatolerante Sorte Blandina KWS.<br \/>\nBlock I stellte ein Strategievergleich nach dem \u00fcblichen Bek\u00e4mpfungsschwellensystem (BKS) dar, wobei unterschiedliche Wirkstoffstrategien getestet wurden. Zum einen wurde der Einfluss unterschiedlicher Wirkstoffabfolgen innerhalb einer Fungizidstrategie untersucht. Dabei stellte die Variante 2 eine Strategie dar, bei der die Behandlung mit einem weniger wirksamen Produkt beginnt und im weiteren Verlauf auf ein leistungsst\u00e4rkeres Produkt umgestellt wird. Dieser Strategie stand Variante 3 gegen\u00fcber, bei der zu Beginn ein potentes Fungizid eingesetzt und anschlie\u00dfend auf Produkte mit abnehmender Wirkungsst\u00e4rke gewechselt wird. In den Varianten 4 bis 6 wurde der Zusatz von Kupfer untersucht. Variante 7 basierte auf dem Einsatz von Propulse, ohne Wirkstoffwechsel.<br \/>\nDer zweite Block sollte stellte einen Strategievergleich dar, bei dem die Anzahl bzw. H\u00e4ufigkeiten an Fungizidbehandlungen gesteigert wurde, um feststellen zu k\u00f6nnen, ab welcher Anzahl Spritzungen der weitere Einsatz von Fungiziden keinen Mehrertrag mehr liefert. Neben der Anzahl Spritzungen, wurde die Terminierung der Applikationen \u00fcberpr\u00fcft. Der erste Applikationstermin wurde dabei bei Erreichen der \u00fcblichen 5%-Schwelle gesetzt, alle weiteren Bek\u00e4mpfungsma\u00dfnahmen wurden in einem festen Abstand von 14 Wochen durchgef\u00fchrt. Es wurde lediglich ein Produkt eingesetzt, da hier neben der Anzahl an Behandlungen, die Terminierung im Fokus stand (Variante 8 bis 11).<br \/>\nInnerhalb des dritten Blockes wurde eine Variante (Variante 12) nach Ber\u00fccksichtigung des Befalls und der Infektionsbedingungen anhand des Prognosesystems Cercbet 1 getestet, wodurch sich ein versp\u00e4teter Applikationstermin ergab (Variante 12).<br \/>\nIm vierten Block wurden individuelle Applikationszeitpunkte nach Bek\u00e4mpfungsschwellensystem anhand der gesunden CR+ Sorte gesetzt (Variante 13).<\/p>\n<p>Ab dem 27.06.2025 wurden w\u00f6chentlich die Befallsh\u00e4ufigkeiten im Versuch bonitiert (siehe Grafik Befallsh\u00e4ufigkeiten). Am 11.08.2025 erreichte die unbehandelte Kontrolle eine Befallsh\u00e4ufigkeit von 100 %. Die behandelten Varianten lagen ebenfalls nahe 100 % Befallsh\u00e4ufigkeit. Die CR+ Sorte zeigte zu dem Zeitpunkt eine Befallsh\u00e4ufigkeit von etwa 18 % Cercospora, allerdings konnte deutlich mehr Rost (etwa 80 %) in der CR+ Genetik bonitiert werden. Ab dem 11.08.2025 wurde der Versuch deshalb im weiteren Vegetationsverlauf auf die Befallsst\u00e4rke bonitiert.<\/p>\n<p>Mitte\/Ende September spiegelten sich die ersten Differenzierungen zwischen den Varianten in der Befallsst\u00e4rke wider. Tendenziell am schw\u00e4chsten zeigte sich zu diesem Zeitpunkt die Variante 2, bei der die R\u00fcben zun\u00e4chst mit Amistar Gold (1. Applikation) behandelt wurden, gefolgt von Diadem und Propulse in der 2. und 3. Applikation\u00a0 (ca. 21,3 % Befallsst\u00e4rke). Die unbehandelte Kontrolle lag Mitte September, wie erwartet, bereits auf einem deutlich h\u00f6heren Befallsst\u00e4rke-Niveau von Cercospora (ca. 86,3 %).<br \/>\nBis Mitte Oktober konnte ein deutliches Fortschreiten der Cercosporaentwicklung im Versuch beobachtet werden. So konnten am 13.10.2025 nochmal deutlichere Differenzierungen in der Befallsst\u00e4rke von Cercospora am Standort Hankensb\u00fcttel festgestellt werden. Am 13.10.2025 zeigte die unbehandelte Kontrolle am Standort Hankensb\u00fcttel eine Befallsst\u00e4rke von nahezu 100 % . Die durchgef\u00fchrten Ma\u00dfnahmen und Strategien f\u00fchrten zu einer deutlich niedrigeren Befallsst\u00e4rke von Cercospora. Die Variante 2 (Amistar Gold als erstes eingesetztes Produkt) wies Mitte Oktober knapp 56 % Befallsst\u00e4rke von Cercospora auf. Auf \u00e4hnlichem Befallsniveau lagen Variante 3 (52,3 %) und\u00a0 Variante 5 (51,3 %). Eine deutliche Verbesserung hinsichtlich der Bek\u00e4mpfung von Cercospora stellte die Kombination aus dem jeweiligen Produkt (Propulse\/Diadem\/Amistar Gold) plus Kupfer dar (Var. 6; 20,5 % Befallsst\u00e4rke) dar. Vorab wurde diese Variante, wie Variante 5, bereits zu Bestandesschluss mit Kupfer behandelt. Dabei lag die Befallsst\u00e4rke Mitte Oktober in Variante 6 bei 20,5 %. \u00c4hnlich effizient zeigte sich Variante 7 nach dreimaligen Behandlung mit Propulse (22,8 %).<\/p>\n<p>Im Block II erfolgte die 1. Ma\u00dfnahme mit Propulse nach Erreichen der Bek\u00e4mpfungsschwelle von 5 %, alle weiteren Folgema\u00dfnahmen mit Propulse wurden in einem festen Abstand von 14 Tagen nach vorheriger Ma\u00dfnahme gesetzt. Auch am Standort Hankensb\u00fcttel zeigte sich, dass eine h\u00e4ufigere Applikation mit Propulse zu geringerem Cercospora-Befall f\u00fchrte (Var. 8-10) und dass eine zweifache Behandlung mit Propulse an solchen Starkbefallsstandorten nicht ausreichend ist.<br \/>\nEin versp\u00e4teter 1. Applikationstermin (eine Woche sp\u00e4ter), wie in Variante 12 in Block III, erwies sich als sehr positiv hinsichtlich der Befallsst\u00e4rke (6,0 %) . Den niedrigsten Befall mit Cercospora zeigte die CR+-Genetik in Block IV nach zweimaliger Behandlung mit Propulse (Var. 13; 1,8 % Befallst\u00e4rke von Cercospora). Am Standort Hankensb\u00fcttel ist der Anbau von CR+ Genetiken daher sehr sinnvoll.<\/p>\n<p>Eine weitere Bonitur der Befallsst\u00e4rke kurz vor der Ernte zeigte \u00e4hnliche Differenzierungen der einzelnen Strategien, allerdings auf einem h\u00f6heren Niveau (s. Grafik Befallsst\u00e4rke 23.10.2025).<\/p>\n<p>Hinsichtlich der Zuckerertr\u00e4ge spiegelt sich die optische Bonitur der Befallsst\u00e4rke in den Ertr\u00e4gen wider. Den niedrigsten Zuckerertrag zeigte, wie zu erwarten, die unbehandelte Kontrolle der BTS 7300 N (12,21 t\/ha). Deutlich h\u00f6here Ertr\u00e4ge konnten durch die unterschiedlichen Kombinationen und Strategien erzielt werden. Im Block I zeigten sich folgende Ertragssteigerungen: Variante 2, 3 sowie 5 waren auf \u00e4hnlichem Zuckerertragsniveau. Dazu konnte im Vergleich ein h\u00f6herer Ertrag in Variante 6 durch die Kombination aus systemischen Produkten (Propulse\/Diadem\/Amistar Gold) und Kupfer erzielt werden. Den h\u00f6chsten Zuckerertrag brachte die dreimalige Behandlung mit Propulse.<br \/>\nIm Block II sollte untersucht werden, inwiefern sich Unterschiede ergeben, wenn die 1. Ma\u00dfnahme bei Erreichen der Bek\u00e4mpfungsschwelle von 5% gesetzt wird, alle weiteren Folgema\u00dfnahmen im festen Abstand von 14 Tage gefahren werden (Var. 8-11). Gleichzeitig wurde die unterschiedlichen Anzahl an Behandlungen mit Propulse bewertet. Der Systemvergleich zeigte, dass ein fester Spritzabstand von 14 Tagen funktioniert. Dabei konnten jedoch h\u00f6here Ertr\u00e4ge erzielt werden, je h\u00e4ufiger mit Propulse behandelt wurde. Allerdings brachte eine 5. zus\u00e4tzliche Behandlung von Propulse keinen zus\u00e4tzlichen Ertragseffekt.<br \/>\nBlock III: Ein versp\u00e4teter 1. Applikationstermin und festem Abstand von 14 Tagen bei den Folgema\u00dfnahmen, wie in Var. 12, f\u00fchrte zu einer deutlichen Ertragsabsicherung am Standort Hankensb\u00fcttel\u00a0 (ZE 17,04 t\/ha).<\/p>\n<p>Die Cercospora-tolerante Sorte Blandina KWS in Block IV, welche zweimalig mit Propulse behandelt wurde, zeigte die beste optische Bonitur in der Befallsst\u00e4rke von Cercospora.\u00a0 Genetisch bedingt liegt diese Sorte auf einem deutlich niedrigerem Ertragsniveau als die Sorte BTS 7300 N. F\u00fcr Starkbefallsstandorte stellen die CR+ Sorten hinsichtlich der Sortenwahl dennoch eine sichere Option und Absicherung des Zuckerertrages dar.<\/p>\n<div id='gallery-1' class='gallery galleryid-4443 gallery-columns-3 gallery-size-thumbnail'><figure class='gallery-item'>\n\t\t\t<div class='gallery-icon landscape'>\n\t\t\t\t<a href='https:\/\/arge-nord.de\/wp-content\/uploads\/2026\/04\/Folie2-10.png' title=\"Varianten\" data-rl_title=\"Varianten\" class=\"rl-gallery-link\" data-rl_caption=\"\" data-rel=\"lightbox-gallery-1\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"150\" height=\"150\" src=\"https:\/\/arge-nord.de\/wp-content\/uploads\/2026\/04\/Folie2-10-150x150.png\" class=\"attachment-thumbnail size-thumbnail\" alt=\"\" aria-describedby=\"gallery-1-4455\" \/><\/a>\n\t\t\t<\/div>\n\t\t\t\t<figcaption class='wp-caption-text gallery-caption' id='gallery-1-4455'>\n\t\t\t\tVarianten\n\t\t\t\t<\/figcaption><\/figure><figure class='gallery-item'>\n\t\t\t<div class='gallery-icon landscape'>\n\t\t\t\t<a href='https:\/\/arge-nord.de\/wp-content\/uploads\/2026\/04\/Folie3-9.png' title=\"Befallsh\u00e4ufigkeiten\" data-rl_title=\"Befallsh\u00e4ufigkeiten\" class=\"rl-gallery-link\" data-rl_caption=\"\" data-rel=\"lightbox-gallery-1\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"150\" height=\"150\" src=\"https:\/\/arge-nord.de\/wp-content\/uploads\/2026\/04\/Folie3-9-150x150.png\" class=\"attachment-thumbnail size-thumbnail\" alt=\"\" aria-describedby=\"gallery-1-4456\" \/><\/a>\n\t\t\t<\/div>\n\t\t\t\t<figcaption class='wp-caption-text gallery-caption' id='gallery-1-4456'>\n\t\t\t\tBefallsh\u00e4ufigkeiten\n\t\t\t\t<\/figcaption><\/figure><figure class='gallery-item'>\n\t\t\t<div class='gallery-icon landscape'>\n\t\t\t\t<a href='https:\/\/arge-nord.de\/wp-content\/uploads\/2026\/04\/Folie4-9.png' title=\"Befallsst\u00e4rke (22.09.2025)\" data-rl_title=\"Befallsst\u00e4rke (22.09.2025)\" class=\"rl-gallery-link\" data-rl_caption=\"\" 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class='gallery-item'>\n\t\t\t<div class='gallery-icon landscape'>\n\t\t\t\t<a href='https:\/\/arge-nord.de\/wp-content\/uploads\/2026\/04\/Folie7-5.png' title=\"Befallsst\u00e4rke (23.10.2025)\" data-rl_title=\"Befallsst\u00e4rke (23.10.2025)\" class=\"rl-gallery-link\" data-rl_caption=\"\" data-rel=\"lightbox-gallery-1\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"150\" height=\"150\" src=\"https:\/\/arge-nord.de\/wp-content\/uploads\/2026\/04\/Folie7-5-150x150.png\" class=\"attachment-thumbnail size-thumbnail\" alt=\"\" aria-describedby=\"gallery-1-4460\" \/><\/a>\n\t\t\t<\/div>\n\t\t\t\t<figcaption class='wp-caption-text gallery-caption' id='gallery-1-4460'>\n\t\t\t\tBefallsst\u00e4rke (23.10.2025)\n\t\t\t\t<\/figcaption><\/figure><figure class='gallery-item'>\n\t\t\t<div class='gallery-icon landscape'>\n\t\t\t\t<a href='https:\/\/arge-nord.de\/wp-content\/uploads\/2026\/04\/Folie8-5.png' title=\"Zuckerertr\u00e4ge\" data-rl_title=\"Zuckerertr\u00e4ge\" 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