Bekämpfung der Schilfglasflügelzikade – Abdeckversuch (Parchau) 2025

Die Ausbreitung der Schilfglasflügelzikade als Vektor für die bakteriellen Erkrankungen SBR und Stolbur schreitet voran. Inzwischen ist nicht nur der süddeutsche, sondern auch der norddeutsche Rübenanbau von den Krankheiten betroffen. Insbesondere im Einzugsgebiet der Zuckerfabrik Klein Wanzleben wurden in den letzten Jahren beide Erreger festgestellt.

Zur Kontrolle der Krankheiten wird an der Bekämpfung des Vektors gearbeitet. Neben der Anpassung der Fruchtfolge wird auf den Einsatz von Insektiziden gesetzt. Hier besteht bislang die methodische Herausforderung in der Messung der Wirksamkeit. Im besten Fall kann die Wirksamkeit von Insektiziden anhand der Mortalitätsrate der Zikaden nachgewiesen werden. Dies ist jedoch im Freiland kaum möglich, da der Ausgangsbestand nicht sicher erfasst werden kann und zudem innerhalb des Feldes stark variiert. Auch der Bestand nach der Applikation ist nicht erfassbar. Deshalb kann der Erfolg der Bekämpfung nur über die Symptomausprägung an der Pflanze oder den Ertragsunterschieden ermittelt werden.

Mit dem „Zeltabdeckungsversuch“ sollte eine systematische Methodik zur indirekten Ermittlung der insektiziden Wirkung auf die Schilfglasflügelzikade entwickelt werden. Hierfür wurden sechsreihige Versuchsparzellen angelegt. Nach den betriebsüblichen Herbizidmaßnahmen wurden die Kernparzellen mit Netzen abgedeckt um den Zikadeneinflug zu verhindern. Die Kontrollparzellen wurden nicht abgedeckt und waren den Zikaden durchgängig ausgesetzt. Zum Flughöhepunkt wurden die Zelte geöffnet und mit Insektiziden behandelt. Das Schließen der Zelte als nächste Faktorstufe wurde nach 5, 10 und 15 Tagen durchgeführt. Somit waren die Zuckerrüben also unterschiedlich lang den Zikaden ausgesetzt. Dies sollte eine Ableitung der Wirkungsdauer der Insektizide ermöglichen.

Der Standort Parchau litt im Sommer unter starker Trockenheit. Dadurch lag der durchschnittliche Zuckerertrag bei lediglich 9,14 Tonnen pro Hektar. Zwischen den einzelnen Varianten konnten keine signifikanten Unterschiede festgestellt werden. Dies kann mehrere Ursachen haben. Entweder hat die Trockenheit die Krankheitseffekte überlagert, der Zikadenflug war so gering, dass sich die Krankheiten kaum auf den Ertrag ausgewirkt haben, oder die Insektizide konnten keine Wirkung erzielen.