Im Jahr 2025 wurde an drei Standorten in der Bundesrepublik koordiniert durch das Institut für Zuckerrübenforschung (IfZ) Göttingen der Ringversuch Insektizide Mittelprüfung angelegt. Der Standort der ARGE NORD e.V. in Salzgitter Ringelheim musste leider schon kurz nach der Aussaat wegen ungleichmäßigem Feldaufgang abgebrochen werden. Dadurch gingen nur zwei Versuche in die Auswertung ein.
Insgesamt wurde der Versuch mit acht Varianten angelegt. In diesem Jahr wurde zum einen die Reaktion der Sorten Capone (anfällig) und ST Yellowstone (tolerant) auf eine Inokulation mit dem Beet mild yellowing virus (BMYV) untersucht. Zum anderen wurden zwei verschiedene Insektizidbehandlungen auf deren Wirksamkeit getestet. Die entsprechenden Varianten wurden zu BBCH 14 – 16 mit virusbeladenen Grünen Pfirsichblattläusen inokuliert. Dazu wurden in der Kernparzelle (Reihe 6 – 8) der 12-reihigen Versuchsparzelle an drei markierten Pflanzen je 10 Grüne Pfirsichblattläuse platziert. Zudem wurden in beiden Sorten nicht inokulierte gesunde Kontrollen belassen. Als Insektizide wurden in diesem Versuch die Produkte Teppeki (Wirkstoff: Flonicamid) plus Additiv Karibu und Mospilan SG (Wirkstoff: Acetamiprid) getestet. Die inokulierten Varianten 2 und 6 wurden als kranke Kontrollen nicht mit einem Insektizid behandelt. In den Varianten 3, 4, 7 und 8 wurden die oben genannten Produkte getestet. Die Applikation der Insektizide erfolgte 24 Stunden nach Inokulation. Die Bonituren erfolgten in vierwöchigem Abstand nach dem Auftreten der ersten Symptome. Dazu wurde der die Befallshäufigkeit in der Parzelle ermittelt.
Die Ausbreitung der Symptome unterschied sich deutlich zwischen den beiden Standorten Titz und Wolbrechtshausen.
In Titz traten Anfang August bei fast allen Varianten (außer VG 5) Vergilbungssymptome von 15–50 % auf, gingen danach zurück und nahmen bis zur Ernte erneut zu. Sogar in der Sorte Capone ohne Inokulation traten Vergilbungssymptome auf. Die Ursache dieses ungewöhnlichen Verlaufs und der Befall in der gesunden Kontrolle ist unklar; ein klarer Einfluss von Sorte, Inokulation oder Insektizid konnte nicht festgestellt werden. Auffällig war, dass VG 5 (ST Yellowstone ohne Inokulation) nahezu symptomfrei blieb. Die Ertrags- und Qualitätsergebnisse zeigten jedoch ein differenziertes Bild. In der Sorte Capone sind signifikante Ertragseffekte zwischen der gesunden (16,02 t/ha BZE) und kranken (12,68 t/ha BZE) Kontrolle sichtbar. Hieraus ist abzulesen, dass die Vergilbungsviren den Ertrag stark reduziert haben. Durch die Insektizidmaßnahmen konnten die Erträge tendenziell, aber nicht signifikant abgesichert werden. In der Sorte Capone kann ebenfalls ein Etragsverlust durch die Inokulation festgestellt werden. Die gesunde Kontrolle weist einen Bereinigten Zuckerertrag von 19,33 t/ha auf. Die kranke Kontrolle liegt mit 15,08 t/ha deutlich darunter. Die Insektizidmaßnahmen sichern auch hier die Erträge ab, im Falle des Einsatzes von Mospilan sogar signifikant. Auch der Effekt zwischen den Sorten ist erkennbar. So liegt die Sorte Yellowstone sowohl in der gesunden als auch in der kranken Kontrolle im Bereinigten Zuckerertrag etwa drei Tonnen pro Hektar oberhalb der Sorte Capone.
In Wolbrechtshausen zeigten sich dagegen schon klare Effekte von Sorte und Behandlung in den Befallshäufigkeiten. Varianten ohne Inokulation wiesen bei beiden Sorten durchgehend geringe Symptome (< 20 %) auf. Bei inokulierten Varianten war die Sorte Capone stärker betroffen als ST Yellowstone. Die Ertragseinbußen durch den Vergilbungsvirusbefall wurden auf dem Standort in der Sorte Capone signifikant sichtbar. So wies die gesunde Kontrolle einen Bereinigten Zuckerertrag von 19,46 Tonnen pro Hektar auf. Die unbehandelte, inokulierte kranke Kontrolle hingegen nur 14,94 Tonnen pro Hektar. Durch die Applikation der Insektizide konnten wie in Titz tendenziell, aber nicht signifikante Ertragsabsicherungen erfolgen. In der toleranten Sorte Yellowstone gab es keine signifikanten Unterschiede. Mit 19,08 Tonnen Bereinigter Zuckerertrag pro Hektar lag die gesunde Kontrolle nur unwesentlich oberhalb der kranken, inokulierten, unbehandelten Kontrolle mit einem Bereinigten Zuckerertrag von 18,85 Tonnen pro Hektar. Während die anfällige Sorte Capone auf diesem Standort durch den Virusbefall deutlich an Ertrag verlor (ca. 3,5 t BZE/ha) konnte die tolerante Sorte Yellowstone ihre Toleranzleistung zeigen. Zwischen der gesunden und kranken Kontrolle lagen lediglich 0,23 Tonnen Bereinigter Zuckerertrag pro Hektar.
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