In Höckelheim wurde ein Fungizidversuch in Kooperation mit der Landwirtschaftskammer angelegt. Die Aussaat erfolgte am 29.03.2025, auf Endabstand, durch den Kooperationspartner. Insgesamt wurde 12 Varianten mit vierfacher Wiederholung angelegt. In 6 Varianten wurden die cercosporaanfällige Sorte Lunella KWS und ebenso in 6 Varianten die cercosporatolerante Sorte Bertida KWS ausgesät. Die Varianten 1 und 2 stellen die unbehandelten Kontrollen beider Sorten dar. In den Varianten 3 und 4 wurden der Applikationsstart nach dem offiziellen Bekämpfungsschwellensystem gesetzt und dann nach 21 Tagen weiter behandelt. Die Applikationen der Sorte Lunella KWS fielen auf den 10.07., 28.07. und 18.08. Die Applikationstermine für die Sorte Bertida KWS waren am 12.08. und 03.09. In den Varianten 5 und 6 wurde die erste Maßnahme bereits bei festgestelltem Befallsbeginn, also früher als nach dem Bekämpfungsschwellensystem gesetzt. Die cercosporatolerante Sorte wurde dann im 21-tägigen und die anfällige Sorte im 14-tägigen Rhythmus behandelt. Die Varianten 7 und 8 erfolgten klassisch nach dem offiziellen Bekämpfungsschwellensystem, wobei die zweite Maßnahme in der Sorte Lunella KWS früher gesetzt wurde als im System vorgesehen. Das System sieht eine Nachbehandlung bei einer Befallsäufigkeit von 45% vor. Gespritzt wurde jedoch bereits bei 22%, am 18.08. In der Variante 9 wurde der Spritzstart in der Sorte Bertida KWS verzögert und erst bei 15% Befallshäufigkeit, am 03.09. gesetzt. In der Variante 10 wurde die Erstbehandlung in der Sorte Lunella KWS nach Bekämpfungsschwellenmodell bei 5% Befallshäufigkeit am 10.07. getätigt. Die Folgebehandlungen erfolgten im 14-tägigen Rhythmus. In der Variante 11, die zur Variante 7 vergleichbar ist wurde probiert wie sich ein wirkungsschwaches Fungizid (Amistar Gold) gegenüber einem wirkungstarken Fungizid (Propulse) in einer cercosporatoleranten Sorte (Bertida KWS) auswirkt. In der Abschlussvariante 12 wurde innerhalb der Sorte Lunella KWS eine Spritzfolge getestet, die mit einer frühen Kupferapplikation zu Reihenschluss am 01.07. beginnt und die weiteren Applikationen im 14-tägigen Rhythmus folgen.
Insgesamt lag der Befall, auch aufgrund des trockenen Augusts, auf sehr niedrigem Niveau. Befallsstärken wurden gar nicht erhoben, da selbst die Kontrollen im Ende September noch nicht 100% Befallshäufigkeit erreicht hatten. Daher zeigen die Ertragsdaten auch keine signifikanten Unterschiede gegenüber den unbehandelten Kontrollen. Der Einsatz von Fungiziden war aufgrund des Witterungsverlaufs also nicht erforderlich, wobei besonders in der anfälligen Sorte Lunella KWS eine deutliche Tendenz zu Mehrerträgen durch den Fungizideinsatz im Zuckerertrag sichtbar ist. Auffällig ist, dass die Befallsverläufe in der cercosporatoleranten Sorte Bertida KWS deutlich langsamer verlaufen und weniger stark ansteigen. Für diesen Standort kann jedoch gesagt werden, dass aufgrund des niedrigen Befallsniveaus weder der Spritzstart, die Spritztermine, noch die Anzahl der Applikationen Einfluss auf den Zuckerertrag hatten.



