Die ARGE NORD hat im Jahr 2025 auf insgesamt drei Standorten Herbizidversuche (RV-Herbizide) durchgeführt. Das Ziel der Versuchsanstellungen lag darin, Wirkstoffe und Produkte auf ihre Wirksamkeit gegen Unkräuter zu testen. Ein besonderer Fokus wurde, aufgrund des Wegfalls des Wirkstoffs Triflusulfuron (Produkte: Debut, Shiro), auf die Bekämpfung von Vogelknöterich (POLAV) und Raps (BRANA) gelegt.
Auf dem Standort Brunstorf (Schleswig-Holstein) wurde ein über das Institut für Zuckerrübenforschung (IfZ) koordinierter Ringversuch angelegt. Hier herrschte eine
Mischverunkrautung bestehend aus weißem Gänsefuß (CHEAL), Ausfallraps (BRANA), Ackerstiefmütterchen (VIOAR) und Echter Kamille (MATCH). So wurde in den unbehandelten Kontrollen am 19.06.2025 ein mittlerer Deckungsgrad des weißen Gänsefußes von 8,3 %, des Ausfallraps von 8,0 %, des Ackerstiefmütterchens von 20,8% und der echten Kamille von 22,8 % festgestellt. Die Aussagekraft zur Bekämpfungsleistung der Herbizide gegenüber Ausfallraps, Kamille und Hirse ist somit gegeben. Weitere Unkräuter werden unter HERBA zusammengefasst und gehen wie die zuvor genannten in die Berechnung des Gesamtbekämpfungserfolgs ein.
Der Versuch hatte insgesamt 13 Varianten. Die Applikationen der klassischen Herbizide erfolgten am 15.04.2025, am 28.04.2025 und am 14.05.2025. Die Applikationen der Conviso-Varianten sind auf den 24.04.2025 und den 20.05.2025 datiert. Die Wasseraufwandmenge lag bei allen Applikationen bei 200 l/ha. Alle Varianten wurden in vierfacher Wiederholung in Kleinparzellen in Fahrtrichtung des Landwirts angelegt.
Die Ergebnisse zeigen, dass die Variante 7, in der lediglich Bodenwirkstoffe (Metamitron und Ethofumesat) eingesetzt wurden, von der Wirkung nicht ausreicht. Der Gesamtbekämpfungserfolg liegt bei 88,6 %. Insbesondere Raps und Ackerstiefmütterchen wurden nicht ausreichend bekämpft. Die Wirkung gegen den
weißen Gänsefuß und Kamille hingegen war sehr gut. Die Zugabe des Produkt Wizard in der Variante 2, welches den ergänzenden Wirkstoff Phenmedipham enthält, steigert die Leistung auf ein ordentliches, aber noch nicht ausreichendes Niveau. Der Bekämpfungserfolg liegt in dieser Variante bei 90,9 %. Durch die Zugabe von Lenacil in der Variante 3 steigt der Bekämpfungserfolg auf 96,1% an. Variante 8 erzielt ebenfalls sehr hohe Bekämpfungserfolge.
Insgesamt konnte der Weiße Gänsefuß aufgrund ausreichender Bodenfeuchtigkeit und damit guter Wirkung von Metamitron und Ethofumesat sehr gut bekämpft werden. Gleiches gilt für die Kamille. Mit hohen Metamitronmengen über 3 kg/ha konnte die Kamille beseitigt werden. Werden die Metamitronmengen reduziert sinkt auch der Bekämpfungserfolg. Exemplarisch wird dies an der Variante 2 sichtbar. Deutlich schwieriger zu bekämpfen ist das Ackerstiefmütterchen. So liegt der Bekämpfungserfolg in der Variante 7 lediglich bei 73,8%. Die Zugabe von Phenmedipham (Variante 2) steigert die Wirkung deutlich. Mit dem Zusatz von Lenacil kann die Wirkung weiter gesteigert werden (Variante 3). Doch selbst in Variante 3 liegt der Bekämpfungserfolg gegen das Ackerstiefmütterchen bei lediglich 94,5%. Rinpode (Florpyrauxifen-benzyl) zeigte keine Wirkung. Der Ausfallraps konnte durch Metamitron, Phenmedipham, Ethofumesat und Lenacil gut bekämpft werden (Variante 3).
Die Conviso-Varianten zeigten durchgehend sehr hohe Bekämpfungserfolge. Interessant ist auch, dass die niedrigen Conviso-Mengen (0,25 l/ha) solo ausreichend hohe Bekämpfungserfolge für die Praxis erzielen.






